Fracking - nicht nur Gefahr für Grundwasser
Aus den Archiv der alten Webseite vom: 25.06.2011
Viele fragen sich, was das eigentlich ist – Fracking. Durch das Einbringen sehr großer Mengen unterschiedlicher Flüssigkeiten oder Gele in den Untergrund, die unter hohem Druck in große Tiefen gepresst werden, soll das Gestein aufgebrochen werden. Ziel ist es, leichter an Bodenschätze wie Erdgas oder Erdöl zu gelangen, deren Förderung sonst unwirtschaftlich wäre, weil sie nur schwer aus zu kleinen Zwischenräumen im Gestein gefördert werden könnten. Man versucht also, die Hohlräume so zu vergrößern, dass sich Gase sammeln und an die Oberfläche gepumpt werden können. So soll die Permeabilität (Durchlässigkeit) des Untergrundes erhöht werden.
Soweit die Theorie. Doch was ist mit dem Aufbrechen des Gesteins? Wie kann sichergestellt werden, dass die Bruchstellen örtlich begrenzt bleiben? Wie kann garantiert werden, dass nicht zum Teil hochgiftige Flüssigkeiten und Gele in Bereiche eindringen, in denen sich unser Grundwasser befindet? Wie kann verhindert werden, dass es durch Fracking zu Kettenreaktionen im Untergrund und damit zu Beben kommt, wenn Hohlräume zusammenbrechen? Die Antwort hierauf ist im Grunde recht einfach: gar nicht! Aus diesem Grund haben Länder wie Frankreich und England diese Methode bereits verboten. Auch innerhalb der Bundesrepublik ist das Verfahren umstritten; so hat NRW bereits eine Änderung des Bergrechts vorgeschlagen.
Und bei uns? Wir scheinen da wenig kritisch zu sein – vielleicht sogar obrigkeits- und verwaltungshörig. Niedersachsen sieht keine Gefahren; weder beim Fracking noch beim Lagern von Atommüll. Alles ist gut und alles bleibt gut. Das ist absolut unverständlich. Wenn die Gefahr besteht, dass Trinkwasser – der für uns Menschen wichtigste Rohstoff – gefährdet, verunreinigt oder vergiftet wird, dann sollte allein das Grund genug sein, auf ein solches Verfahren dauerhaft zu verzichten.
WirFÜRVechta fordert daher nachdrücklich alle Beteiligten auf, von Bohrungen nach dieser Methode vorerst abzusehen – zumindest so lange, bis die Gefahren geklärt und Risiken absolut ausgeräumt sind. Ist es wirklich nur das Geld, das interessiert? Ist es in Niedersachsen egal, was gemacht wird, Hauptsache die Kasse stimmt? Merken wir erst, dass etwas nicht stimmt, wenn der Wasserhahn nur noch tröpfelt? Bevor Sie allem zustimmen, informieren Sie sich und bilden Sie sich Ihre eigene Meinung. Wir alle haben eine Verantwortung für künftige Generationen.