Politikverdrossenheit

Aus den Archiv der alten Webseite vom: 10.04.2011

Die Wahlbeteiligungen gehen zurück auf kommunaler Ebene. Wenn sich nur gut die Hälfte der Bürgerinnen und Bürger beteiligt, dann stellt sich einerseits die Frage, was mit der anderen Hälfte ist. Andererseits muss aber auch die Frage erlaubt sein, welchen Rückhalt dann noch die gewählten Vertreter in der Bevölkerung haben. Eigentlich ist die Frage nach dem Warum die wichtigste: Sie zeigt, dass viele passive Bürgerinnen und Bürger in der Wahl keinen Sinn sehen, weil sie in der Vergangenheit immer wieder erlebt haben, dass gegebene Versprechen unmittelbar nach der Wahl gebrochen werden. Gewählt und unerreichbar abgehoben erscheinen die Volksvertreter.

Das drückt sich auch in der Sprache derjenigen aus, die die Geschicke des Volkes lenken sollen. „Wir müssen den Menschen erklären können …“ – „Den Menschen im Land ist das nicht zu vermitteln.“ Da stelle ich mir Fragen: Wenn die Männer, Frauen und Kinder im Land als „Menschen“ bezeichnet werden, als was sehen sich dann die Politiker? Sind sie wirklich schon so abgehoben, dass sie sich vielleicht als Götter sehen? Halten die Politiker ihre Wähler wirklich für so dumm? Oder liegt es nicht vielmehr an Entscheidungen, die schlichtweg sozial unausgewogen oder ungerecht sind? Wenn man eigene Fehler auf den angeblich beschränkten Horizont des Volkes abwälzt, muss man sich nicht wundern, wenn die Volksvertreter kein Volk mehr vertreten.

Leider ist dieser Ansatz der Verweigerung zu kurz gedacht, denn gerade auf kommunaler Ebene gibt es zahlreiche konkrete Möglichkeiten, Politik und Stadtentwicklung mitzubestimmen. Einerseits gibt es regelmäßige Wahlen, aber was ist in der Zwischenzeit? WirFÜRVechta fragt über seine Internetseite immer wieder nach, wo den Bürgerinnen und Bürgern der Schuh drückt. Solche Informationen können dann als Anträge im Rat und den Ausschüssen formuliert werden. Manchmal reicht auch eine einfache Information an die Verwaltung, und schon ist ein Problem behoben.

WirFÜRVechta sieht die Stadt als gemeinsames dauerhaftes Projekt. Es sind nicht die Politiker, die hier Entscheidungen aus Selbstgefälligkeit treffen sollen. Wir alle haben diesen Politikern einen Auftrag gegeben, ein Mandat erteilt. Fordern Sie ein, dass sie diesen Auftrag erfüllen! Wir helfen Ihnen gerne dabei. Politik und auch die Stadt Vechta leben vom Mitmachen. Es reicht ja schon, wenn Sie die Augen und Ohren aufhalten und nicht immer alles schlucken, was man Ihnen als letzte Weisheit vorsetzt. Seien Sie kritisch und fordern Sie uns und Ihre gewählten Vertreter. Die Herrschaften müssen endlich lernen, dass es sie ohne Ihre Stimme gar nicht gäbe.

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Gemaßregelt - Leserbrief von F. Hölzen