Presseerklärung zur Situation auf demWohnungsmarkt in Vechta
Aus den Archiv der alten Webseite vom: 18.11.2012
Mietwohnungsbau ist eine langfristige Zukunftsinvestition. Die Stadt wie auch der gesamte Landkreis Vechta sind eine prosperierende Wachstumsregion: Im Gegensatz zu vielen anderen Städten und Kreisen hat Vechta immer noch einen leichten Geburtenüberschuss und Zuwanderungsgewinne zu verzeichnen. Dies bringt vor dem Hintergrund sich verschärfender Flächenkonflikte eine zunehmende Verknappung des Wohnraums mit sich und fordert die Kommunalpolitik zu langfristigen Steuerungsmaßnahmen heraus. Auch um den wachsenden Bedarf der heimischen Wirtschaft an Arbeitskräften decken zu helfen, ist die Schaffung von entsprechendem Mietwohnraum eine zentrale Infrastrukturmaßnahme. Die Stadt Vechta muss daher im Rahmen ihrer Möglichkeiten dazu beitragen, die Situation für wohnungssuchende Arbeitnehmer zu verbessern und darf die Lösung nicht allein den Marktkräften überlassen.
Bereits heute macht sich das Missverhältnis zwischen Angebot und Nachfrage beim Wohnraum für Menschen mit niedrigem Einkommen gravierend bemerkbar. Vor allem junge Erwerbslose und Familien mit drei und mehr Kindern haben nach Informationen der kommunalen Gesellschaft für Wohnungsbau (GeWoBau mbH) und der Wohnungslosenhilfe des Sozialdienstes Katholischer Männer (SKM) große Schwierigkeiten, in Vechta bezahlbaren Wohnraum zu finden. Diese soziale Not ist einer wohlhabenden Region wie der unseren unwürdig und bedarf schnellstmöglicher Verbesserung.
Die unabhängige Wählerinitiative Wir FÜR Vechta schlägt darum ein Bündel von Maßnahmen zur kurz- und langfristigen Verbesserung der Situation Wohnungssuchender vor. Im Bereich der Maßnahmen für Familien und Studierende soll die Stadtverwaltung helfen, bis Ende kommenden Jahres ein neues, großes Wohnheim mit Appartements und Mehrzimmerwohnungen für Studierende zu verwirklichen, um die Tendenz privater Vermieter zu stoppen, größere Wohnungen einzeln an Studierende unterzuvermieten. Zudem sollten das Seniorenbüro der Stadt Vechta, der Allgemeine Studierendenausschuss (ASTA) und die Universitätsleitung eine Arbeitsgruppe gründen, die Studierenden die Möglichkeit eröffnet, nach dem Konzept „Wohnen für Hilfe“ bei Seniorinnen und Senioren zur Untermiete zu wohnen.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die intensivere Einbindung der kommunalen Gesellschaft für Wohnungsbau. Die Stadt Vechta sollte darauf hinwirken, dass die Gemeinden und der Landkreis Vechta als Gesellschafter der GeWoBau mbH auf die Ausschüttung der jährlichen Dividende verzichten, um die frei werdenden Beträge in den Bau weiterer familiengerechter Mietwohnungen zu investieren. Alternativ dazu könnte die Stadt anstreben, dass die GeWoBau eine gemeinnützige Tochtergesellschaft gründet, deren Aufgabe der soziale Wohnungsbau sein wird.
Zusätzlich schlagen wir konkrete Maßnahmen zur Investitionslenkung vor. Dazu gehören die Gewährung von Investitionszuschüssen und zinsgünstigen Darlehen für den Mietwohnungsbau sowie die Bevorzugung von Bauherren, die in ihrem Eigenheim Mietwohnraum schaffen, bei der Vergabe von Bauplätzen. Auch eine Lockerung der Beschränkungen der Geschossanzahl in neu auszuweisenden Baugebieten sollte geprüft werden.
Vechta im November 2012 – Der Vorstand